DIE GESCHICHTE
Die Geschichte hinter Monteverde: Von Quäkern zu Zip-Lines
Von quäkerischen Milchbauern im Jahr 1951 zum weltweiten Pionier des Ökotourismus – wie die Naturschutzgeschichte Monteverdes mit der Erfindung der Baumkronen-Zipline zusammenhängt.
Monteverde-Zip-Line-Touren auf GetYourGuide ansehen ↗Quäkerfamilien siedeln sich 1951 am Berg an.
Monteverdes moderne Geschichte beginnt mit einer kleinen Gruppe von Quäkerfamilien aus Alabama, die 1951 nach Costa Rica auswanderten – angezogen unter anderem von der Abschaffung des stehenden Heeres im Vorjahr und dem Wunsch, an einem Ort ohne Wehrpflicht zu leben. Sie kauften Land hoch oben in den Tilarán-Bergen, rodeten Weideland und bauten eine Milchwirtschaftsgemeinschaft auf – die von ihnen gegründete Genossenschaft verarbeitet dort bis heute Milch zu Käse. Es war zuerst eine arbeitende Agrarsiedlung, kein Naturschutzprojekt, und der Wald oberhalb ihrer Farmen war anfangs schlicht das Land, das sie noch nicht gerodet hatten.
Wasser schützen bedeutet, den Wald zu schützen
Die Quäker-Siedler waren auf die Bäche angewiesen, die von den bewaldeten oberen Hängen herabflossen, um ihre Farmen zu bewässern, und sie erkannten früh, dass das Roden dieses oberen Waldes ihre eigene Wasserversorgung gefährden würde. So legte die Gemeinschaft oberhalb der Farmen einen Waldabschnitt als Wassereinzugsgebiet-Reservat beiseite – eine Entscheidung aus praktischen, landwirtschaftlichen Gründen und nicht aus einem abstrakten Umweltideal. Dieses zurückbehaltene Gebiet wurde zum Keim dessen, was später zur weitaus größeren Monteverde Cloud Forest Reserve heranwuchs, und es erinnert daran, dass einige der bekanntesten Naturschutzgebiete der Welt als pragmatische lokale Entscheidungen begannen und nicht als Schutzprogramme von oben herab.
Das Reservat wurde in den 1970er-Jahren formalisiert.
In den 1960er- und bis in die 1970er-Jahre hinein trugen Biologen, die Monteverdes Wälder untersuchten – insbesondere dessen Vogelwelt und Pflanzenvielfalt – maßgeblich dazu bei, die Argumente für einen dauerhaften, formellen Schutz der Region zu untermauern, der über das eigene Wassereinzugsgebiet der Quäker-Gemeinschaft hinausging. 1972 wurde das Monteverde-Nebelwaldreservat offiziell gegründet, wobei das Tropische Wissenschaftszentrum die Verwaltung in Partnerschaft mit der lokalen Gemeinschaft sowie den Wissenschaftlern und Naturschützern übernahm, die den ursprünglichen Vorstoß getragen hatten. Seither wurde das Reservat durch weitere Landerwerbe und Naturschutzkooperationen erheblich erweitert, und es zählt bis heute zu den am intensivsten erforschten Schutzgebieten Costa Ricas.
Von der Forschungsstation zum Ökotourismus-Pionier
Monteverdes Artenvielfalt – und vor allem der prächtige Quetzal – sprach sich in der Biologengemeinschaft herum, lange bevor allgemeine Reisende davon erfuhren. Forscher und Studentengruppen besuchten die Region bereits Jahre, bevor es organisierten Tourismus gab. In den 1980er- und 1990er-Jahren, als Costa Rica sich international als Ökotourismus-Destination einen Namen machte, wurde Monteverde zu einem der Vorzeigebeispiele des Landes: ein Ort, an dem Naturschutz, wissenschaftliche Forschung und eine wachsende Besucherökonomie Seite an Seite entstanden, statt dass eines dem anderen folgte. Dieser Ruf ist ein wesentlicher Grund dafür, dass Monteverde – eine wahrhaft abgelegene Bergstadt – zu einem Pflichtstopp auf Costa-Rica-Reiserouten wurde und nicht zu einem obskuren Forschungsstandort verkam.
Kronendachforschung und die umstrittene Geburtsstunde der Seilrutsche
Lange bevor Ziplining eine Touristenattraktion war, brauchten Biologen eine Möglichkeit, das Kronendach des Waldes direkt zu untersuchen – und nicht nur vom Boden aus, denn ein Großteil des Lebens im tropischen Regenwald – Epiphyten, Insekten, brütende Vögel – spielt sich weit über dem Waldboden ab. Forscher in und um Monteverde experimentierten ab den 1970er-Jahren mit Seilen, Plattformen und Flaschenzug-Konstruktionen, um sich für Feldstudien durch das Blätterdach zu bewegen. Wer genau diese Technik erstmals zu einer Freizeit-Zipline umfunktionierte, ist bis heute umstritten – mehrere Einzelpersonen und Betreiber haben im Laufe der Jahre Anspruch darauf erhoben – doch Monteverde gilt durchweg als einer der Orte, an denen Kronendach-Forschung und Abenteuertourismus in den 1990er-Jahren zur kommerziellen Zipline-Tour durch das Blätterdach verschmolzen – ein Angebot, das heute in ganz Costa Rica und darüber hinaus zu finden ist.
Nicht sicher, welcher Baumkronen-Park der richtige ist – oder wie intensiv es dort zugeht?
Hinterlassen Sie Ihre E-Mail-Adresse und ungefähr Ihren Reisezeitraum – wir schicken Ihnen eine kurze Übersicht, welche Monteverde-Parks die längsten Ziplines haben, wo Superman- und Tarzan-Schaukel warten, wie sich Ziplining im Vergleich zu den Hängebrücken schlägt und wie gruselig es wirklich ist.